Text: Marcell Hüttner, Co-Founder Magnolias on Silk
Es gibt einen Moment kurz bevor die Gäste eintreffen, in dem ein Raum nur sich selbst gehört. Für einen kurzen Augenblick ist alles still.
In der Orangerie von Château Belle Époque fällt an diesem Frühlingsmorgen das Licht durch die hohen Glaswände auf eine lange Tafel für eine Hochzeit im Château Belle Époque. Und obwohl noch niemand Platz genommen hat, ist in diesem Licht schon fast alles entschieden.

Diese Hochzeit im Südwesten Frankreichs in der Region Nouvelle-Aquitaine beginnt nicht mit Blumen und nicht mit Porzellan. Sie beginnt mit einer Frage: Was macht das Licht dieses Ortes mit Farbe?
Aus dieser Frage entstand ein Editorial, das später gleich zweimal international veröffentlicht wurde. Und eine Tafel, die uns bis heute an den kleinen Fehler erinnert, den wir beim Dekorieren gemacht haben — und nie wieder machen werden.
Dass dieses Konzept funktioniert, blieb nicht nur innerhalb des Shootings spürbar. Das Editorial erschien später bei French Wedding Style und Bajan Wed - zwei führende Plattformen für Destination Weddings und Editorial Weddings.
Die Bühne: Orangerie-Licht als Teil des Konzepts
Die gläserne Orangerie vom Château Belle Époque wurde 2025 gerade fertiggestellt. Für die feierliche Eröffnung wollte das Château bewusst ein gestalterisches Statement setzen — nicht nur architektonisch, sondern auch atmosphärisch.
Die Orangerie war für dieses Editorial deshalb nicht einfach Kulisse, sondern Teil des eigentlichen Konzepts. Licht trifft hier auf Glas, Metall und viel Raum in der Vertikale. Farben verändern sich je nach Tageszeit, Reflexionen werden sichtbar, Proportionen plötzlich wichtiger.
Bevor die erste Blume ausgewählt wurde, stand deshalb zunächst eine andere Frage im Raum: Wie muss eine Tafel gestaltet sein, damit sie mit diesem Licht arbeitet — und nicht gegen es?
Die langen Linien der Tafel, die kontrollierte Farbpalette und die weichen Materialoberflächen entstanden direkt aus dieser Überlegung heraus. Denn gerade in einer Orangerie entscheidet nicht allein die Floristik über die Wirkung eines Setups, sondern vor allem das Zusammenspiel aus Raum, Licht und Materialität.

Eine Farbwelt aus Koralle, Pistazie und Goldakzenten
Die Farbwelt dieses Editorials entstand aus dem Licht der Orangerie heraus. Koralle, Lilac und warme Sunset-Töne lassen eine zarte Energie entstehen, während Champagner und Goldakzente eine luxuriöse Atmosphäre ins Spiel bringen.
Der eigentliche Ruhepol ist jedoch das Pistaziengrün der Tischwäsche. Es nimmt dem Setting jede Schwere, verbindet Innenraum und Garten und verhindert, dass die warmen Töne zu süß oder zu verspielt wirken.
Gold und Messing setzen schimmernde Akzente zwischen Glas, Kerzenlicht und Florals. Nicht dominant, sondern gerade so präsent, dass Tiefe entsteht.
Die Farbpalette bringt Wärme und Energie in den Raum, bleibt dabei aber ruhig, elegant und klar komponiert — fast so, als hätte sie schon immer zur Orangerie gehört.

Die Belle-Époque-Kollektion
Die Key Pieces aus unserem kuratierten Verleihsortiment folgen keiner klassischen Produktlogik, sondern einer gestalterischen Idee: Licht, Material und Farbe reagieren permanent aufeinander und verändern die Wirkung der gesamten Tafel.
Aus genau diesem Gedanken entstand auch unsere Belle-Époque-Kollektion — inspiriert vom Licht der historischen Orangerie und der warmen, ruhigen Farbwelt des Editorials.
Die gesamte Belle-Époque-Kollektion findest du
hier.
Die Basis bildet die Leinentischwäsche in Pistaziengrün, die die warmen Korall- und Apricottöne erdet und der gesamten Tafel ihre ruhige Klarheit gibt. Darauf trifft das Porzellan der Kollektion TASTE von Reichenbach Porzellan, dessen weiche Reliefs barocke Eleganz mit einer modernen Leichtigkeit verbinden. Interessant ist, wie das eigentlich weiße Porzellan das Pistaziengrün der Tischwäsche absorbiert.
Die CHARLESTON Gläser mit Goldrand bringen feine Reflexionen ins Lichtspiel, während das Besteck SOBOR von Herdmar in Gold mit seinen gedrehten Griffen beinahe skulptural wirkt. Gold und Messing tauchen im gesamten Setup immer wieder subtil auf — nie dominant, sondern gerade präsent genug, um Tiefe und Wärme entstehen zu lassen.
Der Messing-Kandelaber VENEZIA und die Blumenschale LIVIA aus Messing setzen warme Reflexionen zwischen Florals, Glas und Kerzenlicht. Dazu die VOLANT Leinenservietten Champagne mit feiner Logostickerei und dem Monogramm des Châteaus — ein kleines Detail, das die Tafel noch stärker mit dem Ort verbindet und dem gesamten Setting eine fast private, hausinterne Atmosphäre verleiht.
Ergänzt wird das Setup durch Kerzen von Ester & Erik in Rosewater, deren weiches Licht die warmen Sunset-Töne der Floristik am Abend ruhig weiterträgt.
Gerade dieses Zusammenspiel aus Leinen, Glas, Messing und Kerzenlicht sorgt dafür, dass die Tafel nicht dekoriert wirkt, sondern atmosphärisch geschlossen — als hätte sie schon immer genau in diese Orangerie gehört.



Ein Château mit Geschichte
Die Geschichte von Château Belle Époque reicht bis ins Jahr 1762 zurück. Damals war das Anwesen noch ein großes Landhaus der Familie Lassalle. Erst im 19. Jahrhundert erhielt es durch die Familie Saint-Jeours seine charakteristischen Türmchen und wurde in der Region als „Château Saint-Jeours“ bekannt.
In den 1920er-Jahren ließ Auguste Coyola das ursprüngliche Gebäude abtragen und errichtete an seiner Stelle das Château im Stil der französischen Neorenaissance, das das Anwesen bis heute prägt.
Besonders bemerkenswert sind die ehemaligen Pferdeställe des Anwesens, deren Metallstruktur der Werkstatt von Gustave Eiffel zugeschrieben wird.

Bis heute spürt man auf dem Gelände diese besondere Verbindung aus technischer Eleganz und französischer Grandezza. Zwischen alten Gartenachsen, Pinienwald und Atlantik wirkt das Château ruhig und fast filmisch — als würde Architektur hier weniger inszeniert als selbstverständlich aus der Landschaft heraus entstehen.

Der kleine Fehler, den wir nie wieder machen werden
So ruhig und selbstverständlich die Tafel am Ende wirkte — ganz ohne kleine Katastrophe entstand sie nicht.
Für das Editorial hatte das Floral-Team Artischocken als skulpturales Detail direkt auf das pistaziengrüne Leinen gelegt. Was wir unterschätzt hatten: Der Farbstoff einer Artischocke ist intensiver, als man denkt. Nach dem Shooting blieben feine Schatten auf der Tischdecke zurück, die sich nicht mehr vollständig entfernen ließen.
Seitdem trägt genau diese Tischwäsche ihre eigene Erinnerung an Château Belle Époque.
Unsere wichtigste Lehre aus diesem Shooting geben wir inzwischen immer weiter: Wer mit Obst oder Gemüse dekoriert, arbeitet nie direkt auf empfindlichem Leinen. Die schönsten Editorials leben oft von Details, die später niemand sieht — Schutzschichten, Unterlagen und all den kleinen Entscheidungen, die dafür sorgen, dass Schönheit auch praktisch funktioniert.

Blumen zwischen Garten und Orangerie
Koralle, Apricot und warme Sunset-Töne ziehen sich weich durch die gesamte Tafel — in Pfingstrosen, Ranunkeln, Mohn und Dahlien. Dazwischen setzen Delphinium, frische Grüntöne und Artischocken skulpturale Kontraste, die dem Setting etwas Erdigeres und Architektonischeres geben.
Die Florals wirken, als würden sie sich langsam aus dem Garten des Château heraus in die Architektur hineinbewegen. Nichts daran fühlt sich streng arrangiert oder klassisch symmetrisch an. Stattdessen entsteht der Eindruck eines gewachsenen Settings — fast so, als hätte die Natur selbst begonnen, die Orangerie und die Wege des Anwesens zurückzuerobern.
Besonders die leuchtenden Koralltöne der Pfingstrosen bringen dabei eine elektrisierende Energie in das Setting. Zwischen den weichen Grüntönen wirken sie intensiv, modern und gleichzeitig erstaunlich organisch. Die Blüten öffnen sich weit zum Licht, während sich locker geführte Zweige, Wiesenstrukturen und zarte Blütenwolken dazwischen bewegen.
Gerade dieser Kontrast macht den Eindruck der Floristik so besonders: üppig, aber niemals schwer. Romantisch und etwas verspielt aber nicht naiv. Die Arrangements besitzen eine kontrollierte Wildheit, die perfekt zur Offenheit des Châteaus und zur Transparenz der Orangerie passt.
Dadurch entsteht weniger das Gefühl klassischer Hochzeitsfloristik als vielmehr eine Atmosphäre — weich, lichtdurchflutet und fast episch in ihrer Wirkung.
Verantwortlich für die Florals war Histoire de Fleur unter der kreativen Leitung von Damien Thuaud der die Farbwelt des Editorials mit einer bewusst offenen und lichtdurchlässigen Gestaltung übersetzt hat.




Styling Moments
Editorial gedacht, im Ablauf zuverlässig
Eine Tafel wie diese entsteht nicht aus schönen Einzelteilen, sondern aus einer Kette nachvollziehbarer Entscheidungen, vom Licht eines Raumes bis zum letzten Kerzenton.
Wenn du als Wedding Planner:in oder Location eine Destination-Wedding in Frankreich planst, entwickeln wir Farbwelt, Materiallogik und die passenden Tabletop-Designelemente als kuratiertes System, präzise abgestimmt für deine Location, deine persönlichen Vorstellungen und deinen Ablauf.
Auf Wunsch begleiten wir das Setup vor Ort mit unserem White Glove Service: Anlieferung, Aufbau und Abbau inklusive.
Anfrage stellenBelle Époque: vom Editorial zur Kollektion
Der Name ist geblieben. Aus dem Editorial entstand später die Tabletop-Kollektion Belle Époque für 2026. Sie trägt den Ort in sich, an dem sie entstanden ist, und übersetzt die gestalterische Idee dieses Tages in ein dauerhaft buchbares Konzept.
Was dieses Shooting wirklich getragen hat, war neben dem Licht der Orangerie vor allem das Zusammenspiel des Teams. Location, Floristik, Fotografie, Planung und Design griffen ruhig und selbstverständlich ineinander. Keine Hektik, keine lauten Momente — nur Menschen, die ihr Handwerk verstehen und einander Raum lassen. Genau diese Ruhe spürt man auch in den Bildern.
Zum Abschluss wurde aus dem Editorial ein echter Anlass. Auf persönliche Einladung des Châteaus kamen über 100 Gäste aus der Region zusammen, um die Eröffnung der neuen Orangerie zu feiern.
So wurde aus einer kuratierten Tafel für einen Abend ein reales Fest. Und genau darin liegt vielleicht die schönste Qualität dieses Projekts: Der Ort, für den es gestaltet wurde, hat es am Ende selbst gefeiert.
FAQs
Wo liegt Château Belle Époque?
Château Belle Époque liegt in Linxe, in der Region Nouvelle-Aquitaine im Südwesten Frankreichs. Das Schloss steht mitten in ausgedehnten Pinienwäldern, nur wenige Minuten vom Atlantik entfernt, und ist rund eine Stunde von Biarritz erreichbar. Der nächstgelegene internationale Flughafen ist Biarritz-Pays-Basque, etwa eine Autostunde entfernt; der größere Hub Bordeaux-Mérignac liegt rund eineinhalb Stunden entfernt.
Wie viele Gäste fasst Château Belle Époque?
Das Anwesen lässt sich exklusiv mieten und bietet Platz für bis zu rund 150 Gäste. Bis zu 120 Gäste können vor Ort übernachten, im Château und in den Gîtes im Park. Die gläserne Orangerie dient als großer Empfangs- und Dinnerraum.
Warum ist Nouvelle-Aquitaine eine gute Region für eine Destination Wedding?
Nouvelle-Aquitaine verbindet Atlantikküste, Weinlandschaften und Pinienwälder mit einem ruhigeren Rhythmus als die bekannten Postkarten-Regionen. Sie ist eigenständig französisch, gut über Biarritz und Bordeaux erreichbar und noch nicht überlaufen. Für internationale Hochzeiten heißt das: exklusiv, ohne Klischee.
Was sollte man bei einer Hochzeit in einer Orangerie beachten?
Eine Orangerie lebt vom Licht. Helle Glaswände zeigen jede Kante und jede Farbe und verzeihen keine schweren, überladenen Aufbauten. Wer hier gestaltet, arbeitet besser mit Klarheit, Proportion und ruhiger Farbführung. Am Abend nimmt der Raum Kerzenlicht weich auf, deshalb gehört Lichtplanung von Anfang an zum Konzept.
Wie funktioniert der White Glove Service?
Beim White Glove Service übernehmen wir das komplette Setup vor Ort: Anlieferung, Aufbau und Abbau der gesamten Tischgestaltung. Du und dein Planungsteam müssen sich am Hochzeitstag nicht um die Tafel kümmern, sie steht fertig und stimmig bereit. Den genauen Umfang stimmen wir vorab auf deine Location und deinen Ablauf ab.
Kann ich das Tabletop-Konzept aus diesem Shooting mieten?
Ja. Das Konzept ist als Belle-Époque-Kollektion 2026 verfügbar. Die Kollektion wird individuell auf Location, Farbwelt und Ablauf abgestimmt. Weitere Informationen findest du hier: Belle Époque Kollektion ansehen .
Das Editorial als buchbares Konzept
Die Belle-Époque-Kollektion
Hier seht ihr ein Kalkulationsbeispiel für 30 Gäste — basierend auf dem vollständigen Setting des Editorials im Château Belle Époque.
Den vollständigen Preisrechner sowie alle Pieces der Kollektion findet ihr auf der Belle-Époque-Kollektionsseite .


